Weihnachten im Seniorenheim- Gemütliches Beisammensein statt traurige Einsamkeit

22.01.2019

Weihnachten im Seniorenheim
Gemütliches Beisammensein statt traurige Einsamkeit

Quelle: Lokalplus von Christine Schmidt

Maumke. Stille Nacht, heilige Nacht: Still ist es im Richard-Winkel-Seniorenheim in Maumke in der Weihnachtszeit gewiss nicht. Hier wird gebastelt und gesungen. Hier freuen sich alle auf das große Fest. Traurige Einsamkeit im Altenheim? Ganz im Gegenteil.
Überall Lichterketten, Tannenzweige und Weihnachtsengel. Im Eingangsbereich erklingt „Driving Home for Christmas“ aus einem CD-Spieler. Der Kaffeetisch ist mit einem kleinen Tannenbäumchen dekoriert. Und im Hintergrund steht eine Holzhütte mit allerlei Selbstgebasteltem der Senioren. „Das habe ich selbst gemacht“, sagt Brigitta Wurm und zeigt ihr kleines Körbchen aus Stoff.

In der Adventszeit ist hier jeder beschäftigt: Die einen basteln, die anderen backen oder dekorieren. Annemarie Hesse, Brigitta Wurm und Anna Maria Hufnagel gehören eher zu der Bastel-Fraktion.

„Das kann ich noch ganz gut“, sagt die 96-jährige Annemarie Hesse. „Nur ganz so gut sehen kann ich nicht mehr.“ Aus ihrem Zimmer muss Sandra Hütte, Leiterin Sozialer Dienst, extra den Schneemann holen, den die Dame morgens gebastelt hat. Aus Socken werden die Figuren dann kreiert. Für den Verkauf beim Nikolausmarkt zum Beispiel oder auch zum Verschenken.
Weiß wäre das Fest noch schöner
Bei der großen Nikolausfeier stimmen sich schon alle bei Glühwein und Waffeln auf das Fest ein. Anna Maria Hufnagel konnte dieses Jahr allerdings nicht dabei sein. „Ach, das hole ich dann an Weihnachten nach“, sagt die Seniorin und lächelt. Obwohl sie sich gar nicht so sehr auf die Feiertage freut. Sie feiert am 1. Weihnachtstag ihren 92. Geburtstag.

Bei Brigitta Wurm und Annemarie Hesse hingegen steigt die Vorfreude so langsam: „Die Atmosphäre hier ist einfach gemütlich“, sagt die 89-jährige Brigitta Wurm. „Wenn es dann draußen noch weiß wäre, wäre es noch schöner.“ Die drei Damen erinnern sich, dass es früher an Weihnachten immer geschneit habe.
Annemarie Hesse wird an Heiligabend von ihrer Tochter abgeholt. Zusammen besuchen sie dann die Christmette. „Früher war das immer Pflicht in die Messe zu gehen“, erzählen die Seniorinnen.

Dass Kirche für die älteren Menschen wichtig ist, weiß das Leitungs-Team. Deshalb gibt es auch im Seniorenheim nachmittags am 24. Dezember einen Wortgottesdienst. „Das ist immer sehr schön und emotional“, sagt Sandra Hütte. Sie möchte das Weihnachtsfest mit den Senioren nicht mehr missen. „Es ist zwar viel Aufwand, aber es ist einfach etwas Besonderes.“
Für alle gibt es ein persönliches Geschenk
Nach dem Gottesdienst gehen die Bewohner dann auf ihre Etagen. In der Gemeinschaftsecke sitzen sie um den Weihnachtsbaum und genießen das Zusammensein. „Und wenn alle artig waren, gibt es natürlich auch für jeden ein Geschenk“, lacht Sandra Hütte.

Sie erklärt, dass es für die Bewohner keine Sammelbestellung gibt, sondern jeder etwas Individuelles bekommt. „Das ist schon zur Tradition geworden“, sagt die Leiterin. „Unsere Mitarbeiter suchen für jeweils ein bis zwei Bewohner, die sie sehr gut kennen, etwas Nettes aus. So hat dann jeder etwas Persönliches zum Auspacken.“
Und dann wird der Eierlikör ausgeschenkt
„Ich bekomme bestimmt wieder etwas zum Rätseln“, glaubt Annemarie Hesse. Das macht sie nämlich gerne. Die zwei anderen Damen haben keine materiellen Wünsche. Brigitta Wurm wünscht sich, weiterhin gesund zu bleiben, und Anna Maria Hufnagel sagt mit einem Lächeln: „Ich bin schon überglücklich.“

Wenn dann am Heiligen Abend ein Sekt oder auch Eierlikör aufgemacht werden, freuen sich die Damen. Und im Anschluss an die Bescherung gibt es auch das traditionelle Essen, auf das sich alle freuen.
Alle lieben Würstchen und Kartoffelsalat
Was am Heiligen Abend auf dem Tisch steht, weiß bislang nur die Küche. Aber alle drei Damen sind absolute „Fans“ von Kartoffelsalat und Bockwürstchen. Das essen sie einfach am liebsten. Das ist Tradition.

„Früher gab es auch nichts anderes“, erinnert sich Brigitta Wurm. Auch Geschenke waren nach dem Krieg eine Seltenheit. „Da gab es für jeden eine Apfelsine – wenn überhaupt.“ Am 1. Weihnachtsfeiertag aber stehe dann im Richard-Winkel-Seniorenheim auch ein Festtagsbraten auf der Speisekarte, sagt Brigitta Wurm und freut sich.

Besuch von den Angehörigen gibt es natürlich auch. Manche Bewohner werden abgeholt, manche bekommen an den Tagen Besuch von Verwandten, aber manche bleiben auch alleine. Sandra Hütte erklärt, dass diese Bewohner an den Tagen eine spezielle Betreuung bekommen, um sich nicht einsam zu fühlen. Das Team des Seniorenheims gibt sich während dieser besinnlichen und emotionalen Zeit viel Mühe, den Bewohnern schöne Tage zu bescheren.

https://www.lokalplus.nrw/nachrichten/verschiedenes-lennestadt/gemuetliches-beisammensein-statt-traurige-einsamkeit-30470

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